Es war Wochenende, uns war langweilig und wir hatten nichts besseres zu tun…. was in den USA vielleicht anfängt wie die Geschichte eines erneuten Amoklauf, sieht hier in England ganz anders aus. Es stimmt schon, es war Wochenende und wir wollten uns die Zeit vertreiben. Aber was ist (für britische Verhältnisse) gesitteter, als sich bei einer Runde Tontauben schießen zu duellieren und sein Können unter Beweis zu stellen. Natürlich taten mir die armen Tontauben schon etwas Leid, vor allem als sie vor mir dahin zerbrachen. Und natürlich bin ich nach wie vor der festen Ansicht, so wie zu meinen Zivildienst Zeiten angegeben, dass ich nie eine Waffe anfassen werde. Aber ich musste mich halt mal wieder auf die Probe stellen und ich hab die Flinte sofort ins Korn geworfen! Das heißt nachdem ich ca. 50 Schuss abgegeben habe! 😉 Joe hatte anfangs auch seine Schwierigkeiten. Als Zivilkrüppel, sprich eine Person, die bei der Stellung doch glatt als untauglich eingestuft wurde, ist es natürlich auch nicht leicht, wenn man dann das erste Mal überhaupt eine Waffe in der Hand hält. Da kann es dann schon sein, dass man dann nicht genau weiß, ob man jetzt mit beiden oder nur einem Auge oder überhaupt nicht zielen muss… Lange Rede, kurzer Sinn: Es war recht lustig und verletzt wurde auch niemand!
Sam besuchte uns wieder einmal aus Paris. Um das Beste aus der kurzen Zeit zu machen, beschlossen wir in Shoreditch zuerst Essen und dann fort zu gehen. Während dem Essen hatten ein paar von uns eine geniale Idee, und zwar gen Westen aufzubrechen und Surfen zu gehen bzw es zu probieren. Was am Anfang noch von allen eher als Jucks belächelt wurde, wurde ein paar Tage später schon in konkrete Pläne geschmiedet und schlussendlich beschlossen übers Wochenende nach Croyde zu fahren. Croyde liegt im Westen von England und ist ca. 4 Stunden mit dem Auto von London entfernt. Um Surfen zu gehen braucht man natürlich hauptsächlich eines: Meer! Also ist es klar, dass Croyde am Meer, bzw. am Rand von der Insel, wie man es dann sehen mag, liegt. Zum Surfen benötigt man jedoch noch etwas anderes: Wellen. Letzteres sollte uns allerdings vergönnt bleiben. Leider hatten wir das ganze Wochenende hinüber keine einzige Welle. Daher beschlossen wir uns anders zu beschäftigen. Hauptsächlich mit Fussball spielen (oh Gott, meine Kondition ist nicht mehr unter aller S**, die ist offiziell nicht mehr existent!) und Rad fahren.
Der Westen von England hat eine sehr schöne klippenartige Küste und ich muss sagen ich war angenehm überrascht, als ich dort an kam. Man fühlt sich fast als ob man nicht mehr in Großbritannien ist. Ich will euch die Landschaft nicht verwehren, hier ein paar Fotos.
Endlich schaff ich es einmal ein wenig raus aus London! Während ich letztes Jahr ziemlich eingespannt war und aber auch meine sozialen Kontakte in London selbst herstellen musste, ist es dieses Jahr schon um einiges einfacher und so kann ich mich auch mal für ein paar Tage oder das Wochenende sozusagen über „de Heisa haun“. Einer meiner Freunde, William, ist gebürtiger Oxforder. Naja, eigentlich kommt er aus einem Dorf 20 Minuten außerhalb von Oxford aber er hat in Oxford studiert und somit für ein paar Jahre in der Stadt gelebt. Oxford selbst ist hauptsächlich für die Universität bekannt. Wer hat nicht schon einmal von der University of Oxford gehört? Hoffentlich alle meine Leser, denn die Universität ist die älteste englischsprachige Universität der Welt! Witziger weise kennt man aber dass Gründungsdatum nicht. Unterrichtet wird in Oxford seit 1096. Nein, ich habe mich nicht vertippt. Seit 1096 wird in Oxford gelehrt, im Kontrast dazu: Österreich (damals noch Ostarrichi) ist das erste mal auf einem offiziellen Dokument 996 erschienen, also nur 100 Jahre zuvor! Seit 1201 hat die Universität ein offizielles Oberhaupt, sprich ab 1201 gab es die Universität dann sicher. Das macht sie zur drittältesten Uni in Europa und sie gilt bis heute als eine der besten Unis auf der Welt. Die Stadt Oxford hingegen wurde schon im 8. Jahrhundert gegründed und erhielt den Stadttitel im Jahre 1542. Heute zählt sie ca. 150 000 Einwohner. Durch ihr Alter hat die Stadt natürlich eine lange Geschichte und hat daher auch den einen oder anderen Prominenten hervor gebracht, wie zum Beispiel J. R. R. Tolkien (Herr der Ringe), Stephen Hawking (Naturwissenschaftler) und Emma Watson (Harry Potter). Wenn man durch die Stadt wandert, kommt man sich in 3 verschiedenen Plätzen auf einmal vor: 1. wie in China/Japan, weil soviele Touristen durch die Stadt jagen und die Stadt nicht gerade so groß wie London ist. 2. wie im Empire St. Martin, weil lauter 17 – 20 jährige umher laufen, auch Studenten genannt. Naja, fürs Empire St. Martin sind die vielleicht schon wieder zu alt. Und 3. wie in Harry Potter und das ist auch kein Wunder, weil einige Passagen der Filme in Oxford gedreht wurden. So ist zum Beispiel die große Halle in Harry Potter die Essenshalle eines der Colleges in Oxford. Ach ja, zum Abschluss noch, da ich es selber nicht gewusst habe: Unterschied zwischen University und College. Die Uni ist quasi alles zusammen, die einzelnen Colleges sind die unterschiedlichen Instituten in denen man die unterschiedlichen Studiengänge absolvieren kann. Ist bei uns vermutlich das Gleiche, aber was weiß ich schon, habe ja nie studiert….
Yeah, Zillenfahren!!! Lasst mi rann, lassts mi rann, ich zeig euch wie des richtig geht!
Quidditch, das Spiel?
Die Themse, hier noch ganz klein und ohne Gezeiten! 🙂
Das Lange Warten: Touristen warten darauf einen Blick auf die Harry Potter Essenshalle zu ergattern.
Wills College
Wills Torpids Verewigung. Ist eine längere Geschichte….
So, nun bin ich wieder zurück aus meinen Urlaub, die Fotos müssen aber noch ein bisschen warten, da ich sie noch durch bearbeiten muss. In der Zwischenzeit nutze ich die Gelegenheit um ein paar Beiträge nachzuholen. In den letzten paar Beiträgen gab es ziemlich viel Natur und Entspannen zu lesen. Das soll sich in diesem Beitrag nicht ändern. Grund dafür ist, dass ich – nach einem Jahr Oracle – seit Jänner ziemlich viel in der Arbeit zu tun hatte. Und obwohl es kurz besser geworden ist, haben mir meine lieben Kollegen wohl die Arbeit von den letzten 2 Wochen Korfu aufgehoben, denn am Montag gings gleich wieder voll ins Programm bis 7 Uhr abends, aber hilft ja nicht. Ich sehe es von der positiven Seite, dass ich dann doch nicht ganz unnütze bin ansonsten würden sie mir das ganze Zeugs wohl kaum geben.
Seit Monaten schon redeten wir davon uns einmal als Mini-Vettel unter Beweis zu stellen im Sinne von Go-Kart fahren. Neulich machten wir unsere Drohung dann endlich wahr. Jedoch war uns Go-Kart zu wenig. Will und ich wollten auch wieder mal einen „Spiele“-Abend mit Brettspiel und natürlich FIFA auf der Playstation haben. Darum beschlossen wir uns nach dem Go-Kart fahren einfach bei James und Fran einzuquatieren und da es ein langes Wochenende war, sollte auch der Sonntag voll ausgenützt werden und so wurde entschieden am Sonntag ein wenig durch Radlett zu marschieren – jup, wieder Natur, aber erst mal zum Go-Kart…
Zuerst sollte mal die Königsdisziplin in Angriff genommen werden – das Go-Kart fahren. Denn wenn sich einer von uns schon weh tut und damit dem Rest das Wochenende versaut, dann lieber gleich am Anfang! Soweit ist es allerdings zum Glück dann doch nicht gekommen. Zuerst mussten wir mal rein in den Overall und dann gabs eine lahme „Sicherheitsschulung“… jaja, wir wollen Gummi auf die Piste brennen! Aber nach 7 Minuten Wachkoma durften wir dann zur Rennstrecke und dem Team vor uns zusehen, wie es die letzten Runden drehte. Dann hieß es aber auch schon „Gentlemen, start your engines“. Rein ins Kart und los gings. Beim Kart fahren gehts ja meistens darum, wer die schnellste Runde (von 25) schafft. Das war uns Männern allerdings zu lahm, denn für uns zählte nur: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Mit anderen Worten: Sieger ist, wer als erstes über die Ziellinie kommt, so wie dass im Rennsport halt üblich ist. Glücklicherweise konnte ich meine britischen Kollegen mit meiner „Rechtsfahrweise“ total aus dem Konzept werfen und ich mir somit den 1. Platz sichern. 🙂
Wie bereits oben erwähnt, gings nach der sportlichen Meisterleistung zurück nach Radlett zu James und Fran wo wir erst mal dinierten und uns dann auf dem Weg zu ihnen nach Hause machten. Dort wurde dann das brandneue, am Wege gekaufte, Risiko Brettspiel ausgepackt. Wer Risiko nicht kennt, es ist absolut empfehlenswert. Ich spielte es mal vor Jahren bei meinen Freund Klaus in Linz. Es ist ein absolut geniales Strategiespiel bei dem man mittels seinen militärischen Einheiten die Welt erobern muss. Ich habe das Spiel noch nie unter 4 Stunden gespielt, also Vorsicht beim Ausprobieren, das wird länger! Nach zig Stunden, der Kapitulation von Fran und die Auslöschung von Will trat dann leider James als Sieger der Stunde hervor. Grund genug um für Fran ins Bett zu gehen und uns die Playstation mit FIFA und Modern Warfare auszupacken. Will pennte unterdessen mal weg, James und ich spielten bis in die frühen Morgenstunden, 4:30 Uhr um genau zu sein und wir wurden nur deswegen darauf aufmerksam, weil es draußen hell wurde…
Am nächsten Morgen, als Sonntag Nachmittag, wurde dann die besagte Wanderung durchgeführt. Radlett ist ein kleiner Ort gerade noch innerhalb der M25 Autobahn, also nicht allzu weit weg von London. Jedoch ist es doch schon am Land und man hat üppige grüne Wiesen und Wälder. Natürlich keine Hügel oder ähnliches, ich bin ja in England. Die Wanderung, ok, es war mehr ein einstündiger Spaziergang brachte ein wenig Erholung und Abwechslung zum typischen Alltag…
Ab und an muss man mal raus aus der Stadt, also zumindest ich. Ein bisschen Natur tut mir gut. Darum haben wir uns vor ein paar Wochen auf einen Haufen zusammen getan und sind runter nach Box Hill, was etwa 45 Minuten südlich von London mit dem Zug zu erreichen ist. Box Hill ist ein kleiner Hügel um und über den man „Wandern“ kann. Das Wandern stelle ich hier allerdings unter Anführungszeichen, denn verglichen mit den Alpen ist das natürlich ein Kinderspiel. Der Pfad führt einem rauf und rum um den Hügel in etwa 2 Stunden. Wenn man etwas anspruchsvoller ist, kann man den Weg in die umgekehrte Richtung gehen, was einem zum Aufstieg am steilen Ende bringt. Nicht, dass wir zu den Anspruchsvollen gehört haben, wir waren einfach nur zu blöd um die Wegweiser richtig zu lesen! Dennoch war es mal eine wohltuende Erholung vom Betondschungel-Leben 🙂