Am Mittwoch hatte ich endlich mal die Chance mit einem Feuerwehrmann vom Ten House zu reden. Für jene denen das nichts sagt: Das Ten House ist jene Feuerwehr, die gleich neben dem Ground Zero steht, als Erster damals im World Trace Center waren und bei den Anschlägen 6 Kameraden verloren haben. Ihr Motto ist seit dem 11. September 2001 „Still standing“ – also englisch für „Noch immer stehend“.
Als ich Mittwoch von der Arbeit heim ging, sah ich eine große Ansammlung an Feuerwehr-Trucks. Groß bedeutet hier um die 6 Fahrzeuge. Das Feuerwehrsystem ist ja auch bei uns in den Städten anders, aber in New York läuft das natürlich nochmals ein weniger anders ab. Grundsätzlich hat jede Feuerwehr eine Pumpentruck, einen Leitertruck sowie ein Vorrausfahrzeug. Normale Einsätze werden mit dem Pumpen- und Leitertruck erledigt – also nur 2 Fahrzeuge. Da die meisten Feuerwehrer nur rum standen – das ist zum Glück meistens der Fall, zumindest was ich so sehe – nutzte ich die Gelegenheit um mit einem von denenein bisschen zu quatschen. Mit was beginnt man am Besten eine Konversation? Wohl kaum mit „Was ist denn hier los?“ Nur leider tat ich genau das. Beim Kameraden neben meinem Gesprächspartner merkte ich gleich die übliche „blöder Schaulustiger“ Abneigung, die auch wir daheim haben, also stellte ich das gleich mal richtig. Ich erzählte ihnen sofort, dass ich aus Österreich bin und natürlich auch Feuerwehrer und dass ich mittlerweile mitbekommen habe, dass 6 Trucks doch schon was zu bedeuten hat. Aber denkste – wie sich raus stellte. Er erzählte mir, dass sie nur eine Rauchentwicklung haben. Was heißt das: Selbes Verhalten wie bei uns. Feuerwehr kommt angerückt und sieht sich das Ganze an, wenn möglich mit Wärmebildkamera. Hier in New York ist das Ganze noch ein bisschen tragischer. Erstens ist hier noch ziemlich viel mit Holz gebaut und so ein Block kann gleich mal in Flammen auf gehen, wenn die hölzernen Verbindungen zu brennen beginnen (man bedenke: Ein Block heißt, dass alle Häuser aneinander stehen und untereinander im Fundament verbunden sind, welche noch meistens aus Holz sind) und Zweitens ist so eine kleine Rauchentwicklung hier nicht so leicht zu entdecken. So hatten sie das Problem, dass die Rauchentwicklung unterirdisch war. Irgendwo zwischen der U-Bahn, den unzähligen elektrischen Leitungen, sowie Wasser und Abwasserleitungen. Man kann sich denken: Jede Menge Wärmequellen die auch die Suche mit der Wärmebildkamera zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden lässt. Nun ja, mein Gesprächspartner meint, dass das Ganze natürlich halb so wild ist, und normalerweise dauert es nicht lange. Da wird mal „kurz“ die U-Bahnstrecke gesperrt, dann mit einem Servicezug durch gefahren und halt rundum überall nachgesehen bis es halt gefunden wird. Naja, für mich hört sich das eher nicht so spannend an, aber gut, diese Leute machen das ja hauptberuflich und es gehört halt für die dazu, dass sie in deren Arbeitszeit alles Mögliche machen. Natürlich habe ich natürlich auch gefragt, ob ich mal vorbei schauen darf. Der Feuerwehrmann meinte nur: Überhaupt kein Problem, läute einfach bei der Glocke und schau dir alles in Ruhe an. Tja, dann heißts wohl jetzt mal dort vorbei schaun! 🙂