Nachdems in den Medien ja schon mittlerweile zu geht als ob das Ende der Welt bevor stehen würde und mich auch schon etliche Freunde von der Heimat kontaktieren, hier mal ein paar Einzelheiten zum Hurrikan Irene:
Irene befindet sich derzeit noch in Virginia und wird vor 20:00 Uhr Ortszeit nicht einmal Washington D.C erreichen. Es wird dann noch bis morgen, Sonntag Vormittag 8:00 Uhr dauern, bis es dann New York trifft. Also noch jede Menge Zeit und überflüssig zu sagen, dass es mir mehr als gut geht!
New York ist nicht evakuiert worden, sondern nur Teile – ich bin nicht betroffen. Die Teile die evakuiert wurden, liegen alle auf annähernd Meereshöhe und am Wasser. Da solch Wirblestürme immer jede Menge Regen mit sich bringen und durch den Wind das Wasser herum schleudern, besteht natürlich Überflutungsgefahr, wenn man sich am Wasser befindet. Daher die Evakuierung dieser Teile.
Für mich grenzt das alles ja schon fast an Panikmache. Klar möchte man sich auf das Schlimmste vorbereiten um gerüstet zu sein, jedoch hat Bürgermeister Bloomberg es ein bisschen übertrieben. Er hat dazu aufgefordert, sich Taschenlampen und batteriebetriebene Radios zu besorgen. Gestern Nachmittag gab es dann schon in ganz Manhattan keine einzige Taschenlampe mehr zu kaufen. Des weiteren wurde heute schon die U-Bahn komplett eingestellt (Samstag, 15:00 Uhr). Dabei regnet es noch gar nicht einmal…
Witzig jedoch ist, dass Dank des Hurrikans das „historisch“ stärkste Erdbeben mit dem Epizentrum im Landesinneren, welches wir Dienstag hatten, komplett in der Schublade verschwunden ist. War aber auch witzig, mein erstes Erdbeeben quasi, war ein Spass. Bester Kommentar von meinem Arbeitskollegen als wir evakuiert wurden: Warum laufen denn die Leute alle über die Stiegen runter und nehmen nicht den Lift?! 😀
Das Epizentrum des Erdbebens war allerdings unterhalb von Washington. D.C., sprich bei uns wars nur eine kurze ca. 10 Sekunden lange Schaukelpartie! 🙂
Der Hurrikan wird sich wohl auch eher als Schaukelpartie entwickeln, soweit ich das im Gespür habe. Das Besondere an diesem Hurrikan ist, dass er nicht wie üblich bei Florida schon auf Land gestossen ist, sondern erst relativ weit nördlich in North Carolina. Die Wirbelstürme bilden sich ja in bzw östlich der Karibik und drehen sich dann gegen dem Uhrzeigersinn auf die US Küste zu. Über dem Meer bietet sich keinerlei Luftwiderstand, jedoch jede Menge Wasser zum Aufnehmen, weshalb der Orkan über dem Ozean wächst. Wenn er einmal die Küste trifft, schraubt er sich regelrecht der Küste entlang herauf (, da er sich ja gegen dem Uhrzeigersinn dreht). Jedoch einmal an Land angekommen, verliert er die Wassernahrungsquelle und bekommt deutlich mehr Widerstand. Das bedeutet: Die armen Schweine die den Orkan direkt an Land bekommen, bekommen jede Menge Wind und Wasser/Regen ab. Das ist dann echt kein Spass bei Windgeschwindigkeiten von 130 – 140 km/h. Aber dann verliert er immer mehr und mehr an Energie bis er schlussendlich ganz verblasst. Letztes Jahr hatten wir auch einen Hurrikan. Dieser traf jedoch schon weiter südlich an Land. Und was war… rein gar nix. Ein verregneter und etwas stürmischer Tag. Keine Taschenlampen-Leerkäufe, keine Evakuierungen, oder Sonstiges.
Wie gesagt, Irene hat die Besonderheit, dass sie erst „verspätet“ an Land traf, trotzdem denke ich mir, dass bis sie bei uns ist, nicht mehr viel von ihr übrig sein wird. Ich halte euch jedoch auf dem Laufenden, weil was würde ich denn sonst an so einem verregnetem Sonntag tun! 😉